Espressobohnen

Espressobohnen aus einem BeutelDie Espressobohne hat für den wahren Fan vom Espresso einen sehr hohen Stellenwert. Für die Espressozubereitung werden im Prinzip die gleichen Kaffeebohnen wie für andere Kaffees verwendet. Der Unterschied: die Bohnen werden hier jedoch dunkler geröstet. Durch diese unterschiedliche Röstungsart verliert die Kaffeebohne schließlich mehr Kaffeesäure, die jede Bohne enthält. Auch der Koffeinanteil wird dadurch, im Gegensatz zur helleren Röstung beim Filterkaffee, wesentlich verringert.

Espressobohne versus Kaffeebohne

So wird aus der ursprünglichen Kaffeebohne letztendlich die Bohne, die Ihrem Espresso eine unverwechselbare Note gibt. Dazu kommt, dass der Espresso nachher weniger Koffein als Filterkaffee enthält. Pro Espresso wird eine Menge von rund 7 Gramm Kaffeemehl gerechnet.

Die Espressobohnen haben bei der Zubereitung einen kürzeren Berührungszeitpunkt mit dem heißen Wasser, als dies bei der herkömmlichen Zubereitung von Filterkaffee der Fall ist. Die Säure der Espressobohne löst sich demzufolge überproportional, da bei der Espressozubereitung mit einem sehr hohen Druck (bis zu 25 bar) gearbeitet wird.

Unterschiedliche Sorten – unterschiedlicher Geschmack

Die geschmackliche Richtung Ihres Espressos wird letztendlich ebenfalls von der verwendeten Bohne beeinflusst. Insgesamt gibt es ungefähr vierzig unterschiedliche Sorten. Zwei Sorten haben sich jedoch als relativ wichtig für die Zubereitung von Kaffees heraus kristallisiert.

Dies ist einmal Coffea arabica, beziehungsweise einfach als Arabica bezeichnet; sowie Coffea canephora, welche unter dem Namen Robusta, abgeleitet vom Synonym „robusta“, gehandelt wird. Letztgenannte Sorte wird hauptsächlich für die Zubereitung von Espresso verwendet – manchmal auch als zusätzliche Sorte zur Arabica-Bohne. Robusta hat nämlich die Eigenschaft, eine leicht erdige Bohne zu sein. Deshalb unterstützt diese Bohnensorte die Bildung der Crema-Schicht Ihres Espressos.

Die Arabica-Bohne ist in der Regel etwas teurer als die Robusta-Bohne. Dennoch hat die Robusta-Bohne einen wesentlichen Anteil am guten Espresso; und findet daher häufig Verwendung.

Robusta weist im Gegenzug zur Arabica-Bohen einen oftmals geringeren Säureanteil auf. Bedingt durch weniger ausgefeilte Geschmacksabstufungen, kann Robusta durchaus länger geröstet werden als Arabica. Auch dies reduziert die Säure. Tendenziell ist Robusta etwas bitterer. Vergleichen können Sie dieses Merkmal mit Schokolade:

  • guter Kaffee = feine Bitternote, wie bei einer dunklen Schokoladensorte
  • Robusta ist verantwortlich für eine dunklere Crema
  • verleiht dem Espresso den „Grund-Körper“ – quasi das Fundament
  • sorgt für eine leicht „breitere Geschmacksrichtung

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Wie so oft, sorgt auch hier das Mischungsverhältnis für die entsprechende Ausgewogenheit bei der Herstellung Ihres individuellen Espressos. Dieses wird sogar im Herkunftsland des Espressos, in Italien, unterschiedlich favorisiert.

In Süditalien beträgt dies zum Beispiel eher 60 : 40 (Arabica-Bohnen : Robusta-Bohnen), wobei es sich nach Regionen unterteilt Richtung Norden stetig verändert: von 75 : 25 über 90 : 10 bis hin zu 100 : 0 (in Norditalien). Hierbei sollten Sie wissen, dass eine 100%ige Arabica-Mischung beim Espresso von Kennern als sehr unausgewogen angesehen wird.

Zubereitung und das Mahlen

Die Zubereitung Ihres Espressos aus frisch gemahlenen Bohnen – dies ist sicherlich jeder anderen Zubereitungsart vorzuziehen. Benutzen Sie keinen Kaffeevollautomaten, dann kann der feine Unterschied beim Mahlen von Espressobohnen umgesetzt werden.

Von Hand gemahlene Bohnen ergeben ein Espressopulver, dass einen vollen und runden Geschmack zur Entfaltung bringt. Hierbei ist ein sehr feiner Mahlgrad der Bohnen ein entscheidendes Kriterium für die qualitative Espressoherstellung.

Hier gilt der Grundsatz – Feingefühl ist alles, denn:

  • Ist der Mahlvorgang kurz: das Espressomehl wird grob; der Espresso wird nicht richtig cremig.
  • Ist der Mahlvorgang zu lang: wird das Espressopulver sehr heiß; der Espresso verliert an Aroma.

Bei der Lagerung der Bohnen sollten Sie beachten:

  • Espressobohnen sollten luftdicht sowie kühl aufbewahrt werden. Am besten im Kühlschrank.
  • Bohnen erst unmittelbar vor dem Gebrauch mahlen.
  • Bei Verwendung von Espressopulver gilt das gleiche.
  • Espressobohnen nicht in eine Dose umfüllen, denn: sie vertragen keinen Sauerstoff.

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